Botanischer Name: Viola tricolor
Pflanzenfamilie: Veilchengewächse (Violaceae)
Botanische Hauptmerkmale: Einjährig, 10-20 cm hoch, Herz-eiförmige Blätter, am Rande gekerbt, Nebenblätter sind fiederspaltig, Blüte langgestielt, mit 5 lanzettlichen Kelchblätter von weisser, violetter und gelber Farbe.
Blütezeit: Mai-August
Verwendete Pflanzenteile: Kraut (Herba Violae tricoloris)
Inhaltsstoffe: Saponine, Salicylsäureverbindungen, Schleim, Flavonoide, Vit. C
Wirkung: Blutreinigend, harntreibend, entzündungshemmend, kortisonähnlich, stoffwechselanregend, schmerz-stillend, fiebersenkend.
Indikationen: Hautkrankheiten, Milchschorf, Ekzeme, Akne, Schuppenflechte, Juckreiz
Katarrhe der Luftwege, trockener Husten, festsitzender Schleim
Kontraindikation / Nebenwirkungen: Keine
Zubereitungs- und Darreichungsform:
Innerlich:
- Infus (2-3x/Tg. 1 Tasse)
- Tinktur (2-3x/Tg. 15-20Tr.),
- galenische Präparate
Äusserlich:
- Cremen
- Sitzbad (2 Essl./Lt.)
- Tinktur verdünnt mit Wasser zum auftupfen
Wirkung gemäss TCM (kalt):
- Klärt Hitze und toxische Prozesse
- Wirkt entzündungshemmend und mild diuretisch
Wesen der Pflanze:
Verletzlichkeit, Echtheit und Schein
Das Wesen des Stiefmütterchens tritt uns in vielfältiger Gestalt- und Farbgebung entgegen. Es versinnbildlicht den sehr empfindsamen, verletzlichen, komplizierten Menschentypus, der seine Verletzlichkeit mit allen Mitteln zu verbergen sucht. Die Haut als Grenze zwischen innen und aussen, als sichtbare Oberfläche soll intakt und schön bleiben. Doch die Haut als Ausscheidungsorgan und Spiegel der Seele kann ein physiologisches oder psychisches Ungleichgewicht sichtbar machen. Das Stiefmütterchen ist auf die Bewahrung der Schönheit der Haut ausgerichtet. Es regt die Ausleitung über die Nieren an und versorgt die haut mit spezifischen Heilkräften. In psychischer Hinsicht vermag das Stiefmütterchen die Aufmerksamkeit auf die Diskrepanz zwischen der inneren Verletzlichkeit und der nach aussen getragenen, künstlichen Oberflächlichkeit zu lenken.
Die Blüten haben eine sehr weiche Struktur, einen milden Glanz und vermitteln doch etwas unglaublich feines, verletzliches. Ihre Struktur kommt derjenigen von gesunder Kinderhaut – Pfirsichhaut – wohl am nächsten. Sie ist mit vielen Anhängsel geschmückt – ihre aufwendige Farbkombination der Blüten und Form der Kelchblätter. Verwirrend ist auch die Kombination der Blätter. Die Hauptblätter mit ihrer einfachen Form werden in den Hintergrund gedrängt von den vielen Nebenblätter, welche eine andere Struktur vorzeigen. Es zeigt sich darin der Versuch, verschiedene Strukturansätze zu verwirklichen, die dann aber wieder verworfen werden und somit der Sinn vom wesentlichen verloren geht.

