Kommentar zum Sammeln und Besonderheiten der Engelwurz
Die Engelwurz (Angelica archangelica) ist nicht nur eine faszinierende Heilpflanze mit einer reichen Geschichte in der traditionellen Medizin, sondern spielt auch eine wichtige Rolle in der ökologischen Landschaft. Diese bemerkenswerte Pflanze wächst bevorzugt in feuchten, schattigen Standorten, oft entlang von Flussufern oder in Wäldern. Beim Sammeln ist es essenziell, die Pflanze nachhaltig zu ernten. Nur die Wurzeln und Blätter sollten von Pflanzen entnommen werden, die in unberührten Habitaten gedeihen, um ihre wertvollen Inhaltsstoffe zu bewahren und die Bestände nicht zu gefährden. Engelwurz ist nicht nur für ihre heilende Wirkung geschätzt, sondern auch als aromatisches Gewürz in der Küche beliebt. Ihr einzigartiger Geschmack macht sie zu einer geschmackvollen Zutat in verschiedenen Gerichten, insbesondere in der nordischen und traditionellen europäischen Küche.
Engelwurz (Angelica archangelica) – Vielseitige Heilpflanze für Magen und Lunge
Botanische Merkmale
Familie: Doldenblütler (Umbelliferae)
Wuchshöhe: 2–4 Jahre alt, bis zu 2 m hoch
Wurzelstock: Rübenförmig, bis 5 cm dick
Stängel: Hohlig, gerillt, im oberen Bereich purpurrot
Blätter: Dreifiederig, lanzettlich, gezähnt mit bauchigen Scheiden
Blüten: Kleine grün-weißliche Doldenblüten
Blütezeit
Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli .
Verwendete Pflanzenteile
- Wurzel: Radix angelicae
Inhaltsstoffe
- Bitterstoffe (Sesquiterpene)
- Ätherisches Öl
- Gerbstoffe
- Furanocumarine
- Angelicin
Heilwirkungen und Indikationen
- Magenstärkend und fördernd für die Magensaftsekretion
- Verdauungsfördernd und karminativ (entblähend)
- Appetitanregend
- Nervenstärkend und schleimlösend
- Krampflösend und cholagog (gallentreibend)
Indikationen
- Vegetativer Dystonie des Magens
- Nervösem Magen und Magenkrämpfen
- Magenbrennen und Völlegefühl
- Krampfartigen Darmbeschwerden und Darmentzündungen
- Blähungen
- Kalten Erkrankungen der Brust und Lunge
- Gicht und Rheuma (äußere Anwendung)
Kontraindikationen und Nebenwirkungen
Vorsicht: Furanocumarine können Lichtempfindlichkeit und Hautreizungen verursachen.
Zubereitungsarten und Darreichungsformen
Innerliche Anwendungen
- Dekokt: 2-3 Mal täglich eine Tasse
- Tinktur: 2-3 Mal täglich 15-20 Tropfen
- Engelwurzwein oder Likör: 50 g Wurzel auf 1 Liter, 5 Tage ziehen lassen; 2-3 Mal täglich ein kleines Glas
Äußere Anwendungen
- Salben: Aus Engelikaöl
- Bäder: 100 g Wurzel/Dekokt pro Bad, besonders bei Rheuma und Gicht
Wirkung der Engelwurz in der TCM
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat die Engelwurz folgende Wirkungen:
- Tonisiert Milz-Qi und Milz-Yang
- Vertreibt feuchte Kälte aus dem Dickdarm
- Tonisiert und wärmt die Lunge
- Löst Wind-Feuchtigkeits-Obstruktion auf
- Vertreibt äußere Wind-Kälte und wirkt schweißtreibend
- Löst Qi-Stagnationen im mittleren Erwärmer auf
- Stimuliert und wärmt die Gebärmutter