Schimmelpilz – Krank durch Schimmel

 

Jeder kennt sie, die unschönen Flecken an Zimmerwänden – und Decken, hinter Schrankwänden und Wandverkleidungen, an Silikonfugen, Fensterrahmen und Duschvorhängen oder gar in Kühlschrank und Kaffeemaschine. Jeder kennt den moderig-muffigen Geruch.Mindestens jeder zehnte deutsche Haushalt ist von Schimmelbefall betroffen.Und dennoch wird das gesundheitliche Problem Schimmelpilz allzu gerne ignoriert, übersehen oder unterschätzt

Schimmel ist toxisch

Vorkommen von Schimmelpilzen

Als „Schimmelpilze“ bezeichnet man verschiedene Gruppen von Fadenpilzen, die typische Pilzfäden und Sporen ausbilden.In der Wachstumsphase bilden Schimmelpilze meist farblose Zellfäden und sind somit für das bloße Auge nicht sichtbar. Erst zur Vermehrung und Verbreitung erzeugen Schimmelpilze eine große Anzahl von meist farbigen Sporen, die wir als Schimmelflecken wahrnehmen.Schimmelsporen gibt es eigentlich überall.

Erst ein vermehrtes Wachstum der Schimmelpilze ergeben Konzentrationen, die zu gesundheitlichen Schäden führen. Es sind vor allem drei Faktoren, die die Vermehrung des Schimmelpilzes beeinflussen: Feuchtigkeit, Temperatur und Nährstoffangebot.Schimmelpilze besitzen einen sehr komplexen und anpassungsfähigen Stoffwechsel, der es ihnen erlaubt die unterschiedlichsten Nährböden und Substrate zu nutzen und zu besiedeln. Grundvoraussetzung ist lediglich eine ausreichende Feuchte im besiedelten Material.Auch was die Temperatur betrifft, sind Schummelpilze nicht besonders anspruchsvoll: Schimmelpilze gedeihen in einem weiten Temperaturspektrum.Da Temperatur- und Nährstoffbedingungen in Innenräumen in der Regel also günstig sind, kommt der Feuchtigkeit die entscheidende Rolle für ein vermehrtes Wachstum der Schimmelpilze zu.Denn der Schimmelpilz liebt es feucht.

Schimmel an der Wand

Hauptursachen für einen Befall durch Schimmel sind neben Bauschäden und falsch ausgeführter Wärmedämmung akute Feuchtschäden nach Rohrbruch oder Überschwemmung, durch defekte Dächer, Dachrinnen und Fallrohre, Baufeuchte in Neubauten oder nach Sanierung und eine erhöhte Feuchte durch Oberflächentauwasser (Wärmebrücken, hohe Luftfeuchtigkeit). Aber auch durch Unaufmerksamkeit und „Fehlnutzung“ von Wohnräumen kommt es zur Schimmelbildung an Fensterrahmen, Dichtungen, Außenwänden Bädern, Matrazen, Spülen, Waschmaschienen oder Böden. Zudem sind sehr viel Lüftungs- und Klimaanlagen von Schimmelpilzen befallen! Dazu kommt es zum Beispiel, wenn sich warme Raumluft an kalten (Außen-)Wänden abkühlt. Aber auch ein unzureichender Luftaustausch lässt die Luftfeuchtigkeut ansteigen. Wärmedämmung an Wänden und Fenstern schafft oft ein luftdichtes Klima wie unter Plastikfolie. Wird dann nicht ausreichend geheizt und gelüftet, ist ein Befall mit Schimmelpilzen vorprogrammiert.

Schimmel an Gurke

Auch auf Lebensmitteln siedeln sich Schimmelpilze an. Schimmelpilze dringen viel tiefer ein, als der Pelz auf dem Lebensmittel vermuten lässt. Die unsichtbaren Fäden des Schimmels durchziehen es mitunter vollständig. Viele Schimmelpilze setzen als sekundäre Stoffwechselprodukte Gifte frei, sogenannte Mykotoxine. Häufig in Lebensmitteln auftretende Schimmelpilzgifte sind Aflatoxine, Ochratoxine und Patulin. Aflatoxine können bei Erdnüssen, Baumnüssen, Mais, Reis, Feigen und anderen getrockneten Früchten, Gewürzen, rohen pflanzlichen Ölen und Kakaobohnen auftreten. Aflatoxin B1 ist die in Lebensmitteln am häufigsten vorkommende Art und gehört zu den am stärksten genotoxisch und karzinogen wirkenden Mykotoxinen.

Gesundheitliche Gefahren duch Schimmelpilze

Die möglichen Gesundheitsrisiken sind äußerst vielfältig und sollten nicht unterschätzt werden! Die Sporen und Stoffwechselprodukte, wie Mykotoxine der Schimmelpilze befinden sich überall in der Luft und werden eingeatmet oder auch über die Haut aufgenommen. Sie können Atemwegserkrankungen, Allergien und Infektionen auslösen. Es kommt zu den typischen Symptomen allergischer Reaktionen wie Schnupfen, Niesen, gerötete Augen, Hautausschlag bis hin zu Asthma. Außerdem Haut-und Schleimhautreizungen, Entzündungen, grippeartige Symptome bishin zu Infektionen der Lunge bei besonders immungeschwächten Personen (Pulmonale Mykose).

Aber auch Konzentrationsstörungen, chronische Müdigkeit und Erschöpfungszustände sind Folgen. Es kommt zu einer stark erhöhten Infektanfälligkeit – Schimmelpilze sind extreme Immunsupressiva. Bestehende Infekte verlaufen unter Schimmelpilzbelastung um ein Vielfaches schlimmer – oft mit  Komplikationen.

Typische folgen der Schimmelbelastung sind Muskelschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Gefäßschäden, die sich als Rosaceae, oder Hautrötungen zeigen. Schimmelpilze und ihre Gifte sind ein fördernder Faktor für MS, Krebs und Rheuma. Aflatoxine werden als krebserregend eingestuft, schädigen Nieren und Leber und beeinträchtigen das Immunsystem. Typischerweise entsteht unter einer längeren Schimmelbelastung ein chronischer Eisenmangel. Durch die permanente Leberbelastung kann eine secundäre Fruktose- und Glutenintoleranz entstehen

Besonders gefährdet sind – wie immer – Kinder, alte und geschwächte Menschen – Doch eine andauernde Schimmelpilzbelastung wird auch Menschen ohne Vorbelastungen  gesundheitlich schädigen.

Eine dauerhafte Belastung durch Schimmelpilze führt zwangsläufig auf Grund der veränderten Faszienspannung an der Leber oder Milz (lymphatisches System durch chronische Infekte)) zu strukturellen Problemen mit Beckenschiefstand und craniellen Fehlstellungen. Nach dauerhafter Exposition ist eine Korrektur im Kontext der Osteopathie sinvoll. Auch eine pythotherapeutische und orthomolekulare Therapie ist meißt angezeigt.

In jeden Fall muß die Exposition mit Schimmelpilzen schnellstmöglich und nachhaltig gestoppt werden!

Vorbeugen von Schimmelbefall

Am besten ist es natürlich, wenn Schimmel erst gar nicht entsteht.

Folgende präventiven Maßnahmen können hilfreich sein:

  •  mehrmals täglich kurzes Stoßlüften von 10 – 15 Minuten mit weiter Öffnung der Fenster
  •  nach dem Baden und Duschen das Badezimmer ausreichend lüften, um die Feuchtigkeit nach außen abzuführen.
  •  Die Luftfeuchtigkeit in Räumen sollte idealerweise 60 % nicht überschreiten
  •  im Winter Wohnungen möglichst gleichmäßig beheizen. Auch weniger genutzte Räume sollten nicht auskühlen
  •  beschlagene Fensterscheiben, feuchte Gummidichtungen, Silikonfugen an Dusche und Badewanne oder nasse Fließen mgehend trocknen
  •  Fensterrahmen regelmäßig vollständig reinigen!
  •  auf schlecht gedämmte Außenwände achten: damit die Luft hier trotzdem möglichst gut zirkulieren kann, sollte man keine Möbelstücke direkt vor diese Wände stellen. Der Abstand zur Wand soll mindestens zehn Zentimeter betragen
  •  keine dichten, raumhohen Vorhänge in Fenster- und Eckbereichen beziehungsweise in Bereichen mit unzureichender Luftzirkulation anbringen
  •  Abfalleimer, insbesondere für Biomüll, häufig entleeren und reinigen
  •  Klima- und Lüftungsanlagen, wo sich Schimmelpilze gerne verbreiten, regelmäßig warten oder deaktivieren.
  •  bei Tierhaltung die Spreu regelmäßig wechseln
  •  Vorsicht bei allen „abgehängten Decken und Wandverkleidungen. Hier können sich immer unbemerkte Wasserschäden mit Schimmelbefall befinden

Sanieren bei Befall durch Schimmel

Besteht bereits Befall durch Schimmelpilzen, sollte man umgehend reagieren und den Schimmel so schnell wie möglich entfernen. Kleinere Schäden (z.B. < 0,5 m2 und nur oberflächlicher Schimmelbefall) können selbst beseitigt werden, wenn Sie nicht allergisch auf Schimmelpilze reagieren, an chronischen Erkrankungen der Atemwege leiden oder ein geschwächtes Immunsystem haben. Die Ursache der Feuchtigkeit muss aber in jedem Falle erkannt und beseitigt werden, da sonst der Schimmel immer wieder zurückkommt! Glatte Oberflächen wie Metall, Keramik und Glas können mit Wasser und herkömmlichem Haushaltsreiniger, oder Essig behandelt werden. Poröse Materialien wie Tapeten, Gipskarton, poröses Mauerwerk können nur schwer gereinigt und sollten deshalb großzügig entfernt werden. Dasselbe gilt für befallenes Holz und Haushalts Textilien wie Teppiche, Vorhänge und Polstermöbel. Befallene Tapeten und Silikonfugen sollten entfernt, oberflächlich befallene Stellen feucht abgewischt oder mit Staubsauger mit Feinstaubfilter abgesaugt und anschließend mit 70-80% Äthylalkohol behandelt werden. Von Essiglösung, die oft empfohlen wird, und chemischen mitteln zur Schimmel Entfernung ist abzuraten. Viele Baustoffe bewirken eine Neutralisation des Essigs und mit ihm gelangen überdies organische Nährstoffe auf das Material, die das Pilzwachstum sogar noch fördern können. Bei Lösungen mit Fungiziden ist nicht auszuschließen, dass die Wirkstoffe lange Zeit in den Räumen verbleiben und die Gesundheit der Bewohner gefährden.

Nach der Behandlung von Schimmelpilzen ist die Umgebung der sanierten Stellen intensiv zu reinigen. Die anfallenden Abfälle können mit dem Hausmüll entsorgt werden.Um eine gesundheitliche Gefährdung zu vermeiden ist es unerlässlich, bestimmte Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten:

  •  schwer zu reinigende Gegenstände wie Textilien abdecken oder aus dem Sanierungsbereich entfernen
  •  Lebensmittel und andere Gegenstände wie Spielzeug und Kleidung vor der Sanierung aus dem Raum entfernen
  •  möglichst staub arm arbeiten – Oberfläche vorher absaugen oder anfeuchten
  •  Schimmelpilze nicht mit bloßen Händen berühren – Schutzhandschuhe aus Kunststoff tragen
  •  Schimmelpilz Sporen nicht einatmen – Atemschutz tragen
  •  Schimmelpilz Sporen nicht in die Augen gelangen lassen – Staubschutz-Brille tragen
  •  Arbeitskleidung nach Benutzung gründlich waschen
  •  Schimmel belastete Schwämme sofort entsorgen

Bei größeren, von Schimmelpilz befallenen Stellen sollten Ursachen Ermittlung und Gefahren Beurteilung unbedingt durch Sachverständige erfolgen. Die Sanierung sollte ebenfalls durch entsprechende Fachfirmen durchgeführt werden. Eine fachgerechte Beseitigung des Schimmels beinhaltet auch immer die Beseitigung der Schimmel Befalls Ursachen!Oftmals entwickeln sich Schimmelpilze jedoch im Verborgenen: ein modriger, muffiger Geruch kann dann auf das bestehende Problem des Befalls mit Schimmel hinweisen. Bei Verdacht auf Schimmelpilzbefall ohne oder mit nur wenigen sichtbaren Flecken (auch aufgrund gesundheitlicher Beschwerden) kann eine Untersuchung von Raumluft oder Staubproben aus Schimmel Klarheit schaffen. Zunehmend werden auch speziell ausgebildete Schimmelspürhunde eingesetzt, um solche verborgenen Kontaminationen durch Schimmel aufzudecken.

Bei Schimmelpilzen auf Lebensmitteln reicht ein großzügiges Entfernen verschimmelter Bereiche in der Regel nicht aus. Angeschimmeltes Brot und Kompott, schimmlige Milchprodukte und Konfitüren sowie Obst und Gemüse mit fauligen Stellen gehören in den Müll. Allenfalls bei Hartkäse wie Parmesan oder Emmentaler reicht es, wilden Schimmel großzügig wegzuschneiden, wenn er oberflächlich ist. Nüssen oder Gewürzen ist ein Schimmel Befall nicht anzusehen. Was bitter, muffig, ranzig oder fremd riecht oder schmeckt, sollte am besten weg. Auch überlagerte Nüsse und Gewürze gehören in den Müll.

Schimmelpilz in Mietwohnungen

Wurde ein Schimmelpilzbefall erst einmal festgestellt, kommt es fast immer zum Streit mit dem Vermieter darüber, wer für die Beseitigung des Schimmelbefalls aufzukommen hat.

Oft wird behauptet, dass falsches Lüftungs- und Heizverhalten Ursache des Schimmelpilzbefalls seien. Der Mieter ist nämlich zum „situationsgerechten Heizen und Lüften“ verpflichtet – ein dehnbarer Begriff. Schimmelbefall sollte so schnell wie möglich beim Vermieter angezeigt und eine Frist zur Beseitigung des Schimmels Schadens gesetzt werden. Gleichzeitig kann man ankündigen, dass eine Mietminderung geltend gemacht werden wird. Je nachdem, wie viele Räume betroffen sind und je nach Stärke des Schimmelbefalls kann die Miete um zwischen 5 und 50% gemindert werden. Nach erfolgloser Abmahnung kann in schwerwiegenden Fällen auch fristlos gekündigt werden. An dieser Stelle kommt jedoch oft eine Aufforderung des Vermieters, den Schaden selbst zu beseitigen, im schlimmsten Falle die Androhung oder Durchsetzung einer Kündigung wegen fortgesetzten „falschen Wohnverhaltens“.

Kommt es zum Prozess, müssen beide Seiten beweisen, das der Mangel von ihnen nicht zu vertreten ist. Diese Frage wird meist durch auf Schimmel Problematiken spezialisierter Gutachter geklärt.Aber Gutachter können auch unterschiedliche Auffassungen vertreten…Prozesse oder gerichtliche Beweissicherung Verfahren dauern leider oft Monate oder Jahre lang und sind emotional belastend und finanziell aufwendig.

Dennoch: Der Vermieter ist verpflichtet, die Wohnung (Mietsache) in einwandfreiem – also auch nicht gesundheitsgefährdendem – Zustand zu überlassen.

Schimmelpilze stellen ein Gesundheitsrisiko dar und sollten nicht hingenommen werden. Verbraucherzentralen und Mieter Vereine sind zu informieren.

Bei starkem Befall mit Schimmel in Wohn – oder Arbeitsräumen ist es oftmals, zur Abwehr der gesundheitlichen Belastung, oftmals sinnvoller einer langwierigen juristischen Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen, um kurzfristig neue, Schimmel freie Räumlichkeiten zu beziehen…

Sotten Sie länger einer Belastung durch ausgesetzt worden sein, empfiehlt sich auf jeden Fall, eine Behandlung mit biologischen Mitteln, um die Toxine und Sporen aus dem Organismus zu entfernen!

Sprechen Sie uns an!

Quellen und Links:

Schimmelpilze auf Lebensmitteln

Sehr ausführliche Informationen zu Schimmelpilz und Sanierung

Schimmel-Webseite!

Asthma durch Schimmelpilze, Naturheilkunde und Naturheilverfahren Fachportal

Pilzinfektionen (Mykosen) beim Menschen, Naturheilkunde und Naturheilverfahren Fachportal

Gesundheitsgefahr durch Schimmel in der Wohnung, Naturheilkunde und Naturheilverfahren Fachportal

Schimmel macht krank, Artikel, BR.de

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