Botanischer Name: Artemisia absinthum L.
Pflanzenfamilie: Korbblütler (Compositae, Asteraceae)
Botanische Hauptmerkmale: Mehrjährig, holziger Grundstock mit reichverzweigten, graufilzigen, behaarten bis 1m hohen Blütenstengeln, silbergrüne, dreifach gefiederte, graufilzig behaarte Blätter mit lanzettlichen Blattzipfeln. Gelbe Blüten sitzen in halbkugeligen Köpfchen, von Hüllblättern umgeben.
Blütezeit: Juni-September
Verwendete Pflanzenteile: Kraut (Herba absinthii)
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe (Absinthin), äth. Öle (Thujon->Nervengift), Gerbstoffe, Ascorbinsäure.
Wirkung: Appetitanregend, verdauungsfördernd, blähungswidrig (karminativ), choleretisch, krampflösend, antibakteriell, antiphlogist., tonisierend auf Magen, Galle und Darm, anregend auf ZNS (grosse Mengen).
Indikationen: Dyspeptische Beschwerden, Blähungen, Appetitlosigkeit, Sodbrennen, Druck-, Völlegefühl, Koliken.
Leber- und Gallenleiden, atonische (schlaffe) Galle- oder Magen, Dyskinesie der Gallenwege.
Mundgeruch, Menstruationsfördernd, Grippe, Würmer, allg. bei hypotonen Personen.
Kontraindikation / Nebenwirkungen: Schwangerschaft, äth. Öl (Thujon, im Absinthschnaps) kann Schwindel, Krämpfe, bis Bewusstlosigkeit bewirken.
Zubereitungs- und Darreichungsform:
Innerlich:
- Infus (3x/Tg. 1 Tasse)
- Tinktur (2-3xTg. 15-20Tr.)
- Gewürz (zu fettigen Speisen)
- Hom. (D1-D12, 3-5x/Tg. Bei Epilepsie, Krämpfen)
- Medizinalwein mit Wermut (3x/Tg. nach essen)
Wirkung gemäss TCM: (warm)
- Löst Leber-Qi-Stagnation auf
- Bei Milz-Qi-Schwäche
- Regt den Gallenfluss an
- Führt zu Hitze in der Blutschicht
Humorale Qualität: Warm 1, Trocken 3. Zerteilend, verdünnend, adstringierend, stärkend. Reinigt den Magen und die Leber von den Gallen und führt sie aus. Zerteilt und leitet dicken Schleim aus.
Wesen der Pflanze: Energetische Durchdringung der Stoffwechselfunktionen, Interesse.
Wermut weckt das Interesse für Leben und Aktivität und fördert die emotionale, sprich energetische Durchdringung der Stoffwechselfunktionen. Menschen, denen es an Interesse mangelt und die manchmal teilnahmslos sind, können die Stoffwechselfunktionen energetisch zu wenig durchdringen und werden atonisch. Sie werden in ihren Verdauungsorganen geschwächt, wodurch allgemeine Erschöpfungszustände bis hin zu Depressionen auftreten können. In solchen Situationen ist Wermut ein starkes Energetikum für Psyche und Körper. Durch die Erwärmung und Tonisierung des erschlafften Magens fördert er die Verdauungsfunktionen.
Die kleinen Blüten des Wermuts sind ale nach unten, zur Erde hin gerichtet. Es gibt kein prachtvolles Öffnen der Blüten in bunten Farben (wie bei Korbblütlern), sondern sie bleiben wie geschlossen, in sich selbst gekehrt, sie scheinen drinnen zu blühen. Die Blätter verbinden das Luftelement (Blattäusseres) sanft mit dem Wasserelement (Blattinneres). Bei Krankheit werden die Gefühle (Luftelement) abgeschlossen, in sich selbst gefangen gehalten und können die Lebensprozesse (Wasserelement) nicht mehr durchdringen und anfachen.

