Botanischer Name: Viscum album L.
Pflanzenfamilie: Mistelgewächse (Loranthaceae)
Botanische Hauptmerkmale: Mehrjährig, Halbschmarotzer, immergrün, Saugwurzel, olivgrüne, ledrige gegenständige, spatelige Blätter, Blüte zweihäusig, Achelständig mit 3-5 Trugdolden, vierteilige, gelbgrüne Blütenhülle, glänzend weisse, erbsengrosse Beeren im Herbst.
Blütezeit: März-April, Ernte: März-April, September-Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Kraut (Herba Visci albi)
Inhaltsstoffe: Polypeptide (Viscotoxine), Mistellektine, Flavonoide, biogene Amine, Schleimstoffe
Wirkung: Gefässerweiternd, blutdrucksenkend, herzstärkend, blutstillend, krampflösend, stoffwechselanregend
Indikationen: Bluthochdruck, Schwindel, Kopfschmerzen, Epilepsie, Reiztherapie bei malignen Tumoren und Arthrose
Kontraindikation / Nebenwirkungen: Bei parenteraler Anwendung Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen.
Zubereitungs- und Darreichungsform:
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12Std. Kaltauszug (2-3x/Tg. 1Tasse)
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Tinktur (2-3x/Tg. 10-20Tr.)
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Injektion mit Fertigarzneimitteln (für Reiztherapie)
Wirkung gemäss Traditioneller Chinesischer MedizinTCM:
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Klärt Hitze und beruhigt den Geist
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Tonisiert das Nieren- und Herz-Yin bei Mangel
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Leitet Herz-Feuer und Schleim-Hitze aus, die die Herzkanäle verlegen
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Stärkt Nieren, Sehnen und Knochen
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Vertreibt Wind-Feuchtigkeit
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Nährt das Blut und die Haut
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Bewegt stagnierendes Leber-Qi
Wesen der Pflanze:
Stille, Schwerelosigkeit
Die Mistel ist dem Wasser- und Luftelement unterstellt und entzieht sich ganz dem Wirkungsbereich der Erde und des Feuers. Auf den Menschen übertragen entsprechen die Elemente Luft und Wasser den Gefühlen und Lebensenergie. Druck- und Spannungsunterschiede in der Atmosphäre entstehen naturgesetzmässig durch die Einwirkung von Wärme und Erdanziehungskraft. Da die Mistel von Wärme und Erdkräften nicht berührt wird, hält sie Druck und Spannung aus ihrem Wirkungskreis fern: Stress, angespannte Gefühle und ein hitziges Gemüt sind dem Wesen der Mistel fremd. Da solche Gefühlszustände häufig Ursache für Bluthochdruck sind ist ein Bezug zwischen dem Wesen der Mistel und ihrer körperlichen, blutdrucksenkenden Wirkung offensichtlich. Mistel vermittelt ein Gefühl der inneren Stille und Schwerelosigkeit. Patienten mit Angstzuständen, Alpträumen oder zu starker Empfänglichkeit für Mondeinflüsse sprechen gut auf eine Behandlung in geringer Dosierung an.
Für die Mistel gibt es im Wachstum kein Oben und Unten, sondern sie breitet sich vollkommen sphärisch aus. Sie kennt als Bezugspunkt nur ihren eigenen Mittelpunkt und kümmert sich nicht um die Schwerkraft (Erdanziehung). Auch das Licht der Sonne scheint ihr nicht wichtig zu sein, denn sie bildet die möglichst einfachsten Formen aus. Dies lässt darauf schliessen, dass vor allem Luft- und Wasserkräfte an der Gestaltung gewirkt haben. Wasserkräfte bilden die Blätter und Luftkräfte strukturieren die Pflanze durch Verzweigung.



