Osteopathie – Behandlung der CMD (kraniomandibuläre Dysfunktion)

 

Anatomie des Kauapparats

Das Kiefergelenk besteht aus zwei Gelenkpartnern, dem mandibulären und dem temporalen Anteil.
Ähnlich der Wirbelsäule liegt eine Gelenkscheibe, der Discus articularis, zwischen den beiden Gelenkpartnern und unterteilt das Gelenk in eine obere und eine untere Gelenkkammer.

Anatomie - CMD

Für die Stabilität, wie aber auch für die Mobilität sorgen diverse Muskeln, Faszien und Ligamente. Durch diese Strukturen befindet sich das Kiefergelenk im direkten Kontakt mit weiteren Schädelknochen und entfernt liegenden Strukturen.
Über die Temporalknochen ist der Unterkiefer (Mandibula) und über die Palatina der Oberkiefer (Maxilla) mit der Schädelbasis verbunden.

Sensibel und motorisch wird der Kauapparat durch die 3 Äste des N. Trigeminus versorgt, der direkt dem Gehirn und zum Teil auch dem 2 Halswirbel entspringt.
Die Gelenkkapseln werden durch die Rami articulares des N. auriculotemporalis, des N. temporalis profundus und des Nervus massetericus versorgt.

Pathologie der CMD

Es werden sowohl Schädel Problematiken über knöcherne Verbindungen die Okklusion (Biss) beinträchtigen, als auch umgekehrt Biss Störungen, z.B. durch unpassenden Zahnersatz, ungünstig auf den Schädel wirken. Problematiken des Schädels wiederum beeinträchtigen auf Grund der Einschränkungen des ZNS und Hirnnerven die Statik des gesamten Bewegungsapparates.

In der Betrachtung der Osteopathie, ein sehr wichtiger Aspekt, da viele Patienten keinen Schmerz oder Bewegungseinschränkung des Kiefergelenks wahrnehmen, sondern an entfernt liegende Körperregionen, welche jedoch mit dem Kauapparat in Verbindung stehen und mitunter auch dort behandelt werden müssen.

Wenn das Kiefergelenk und Maxilla nicht frei in Ihrer Beweglichkeit sind, kommt es nicht nur zur Blockierung der Halswirbelsäule und Beckenschiefstand mit funktioneller Beinlängen Differenz, sondern auch zur Reizung bzw. Kompression verschiedener Nerven.

Häufig ist der N. Trigeminus (fünfter Hirn Nerv) betroffen. Der Trigeminus teilt sich in drei Äste, wobei am häufigsten dritte Ast, der N. Mandibularis, bei einer Fehlfunktion des Kiefergelenks gestört ist.

Sensibel versorgt der N. Mandibularis die Schläfenhaut, den äußeren Gehörgang, das Trommelfell, die vorderen zwei Drittel der Zunge, sowie die Haut im Kinnbereich und die untere Zahnreihe. Motorisch versorgt er fast alle Muskeln die sowohl für den Kau- Sprechakt als auch für das Hören benötigt werden.

Daraus ergibt sich ein weites Feld möglicher Beschwerden. Patienten können sensible Ausfälle oder unter Missempfindung leiden, wie auch unter Blockierungen der oberen Hals Wirbelsäule, die zu Spannungskopfschmerzen führen. Aus Sicht der Osteopathie können kraniomandibuläre Dysfunktionen zudem ein Faktor bei der Entstehung des Tinnitus sein.

Ursachen des CMD aus Sicht der Osteopathie

Entzündungen im Kieferknochen, z.B. nach Wurzelbehandlungen oder Zahnextraktionen führen auf Grund des gestörten Lymphabfluss zu lateral Verschiebungen an der Schädelbasis, und so über die knöchernen Verbindungen zu Biss Störungen.
Häufig sind auch schlecht eingeschliffene Kronen und unpassender Zahnersatz ursächlich, wobei es zu massiven Blockaden des 2. Halswirbels kommt.

Auch organische Störungen, z.B. durch Infekte wirken über Faszien Spannungen ungünstig auf das kraniale System und so auf den Kauapparat.

Nervenentzündungen durch Intoxikationen können über eine gestörte Steuerung der Kaumuskeln ebenfalls die Okklusion empfindlich stören.

In der Osteopathie Praxis stellen wir fest, dass Patienten mit Kiefer Problematiken, sich oft in einem schlechten Allgemeinzustand befinden. Es gibt in der Regel eine Vielzahl von Beschwerden, die Betroffene nicht im Zusammenhang mit dem Kauapparat sehen.
Es bestehen oft wiederkehrende Blockaden der Wirbelsäule mit Muskelverspannungen, Beckenschiefstand und funktioneller Beinlängendifferenz.

CMD aus Sicht der Schulmedizin

In der Schulmedizin werden Fehlfunktionen des Kauapparats vor allem mit Stress, und die damit verbundene „falsche“ Verarbeitung, diskutiert. Dass eine Kieferproblematik mit Stress einhergeht, ist nicht von der Hand zu weisen. Es stellt sich jedoch die Frage ob der Stress der Verursacher oder das Resultat dieser Pathologie ist.

Bei manchen Patienten führen, von Zahnärzten verordneten Aufbiss Schienen, zu einer Linderung der muskulären Spannungen. Grundsätzlich verändern solche Hilfsmittel aus Sicht der Osteopathie jedoch nichts an der Gesamtsituation und können zudem die osteopathischen Therapie stören, da der Kiefer ggf. in einer ungünstigen Position fixiert wird. Der gleiche Effekt besteht bei Retainern, die zur Fixierung der Zahnstellung nach kieferorthopädischen Interventionen eingesetzt werden.

Aufbisschiene für CMDCMD durch Retainer

Ob es sinnvoll ist, solche Hilfsmittel während der osteopathischen Therapie einzusetzen, muss individuell und ggf. in Absprache mit dem behandelnden Zahnarzt, oder Kieferorthopäden abgestimmt werden.

Therapie der CMD in der Osteopathie

Die Ursachen, die zu einer Problematik des Kauapparats führen, werden zunächst durch eine umfangreiche Analyse des gesamten Organismus abgegrenzt. Oftmals sind die störenden Einflüsse multifaktoriell. Der Osteopath wird die Diagnose primär mittels manueller Analyse der Bewegungseinschränkungen, Faszien Spannungen und Kompensations Muster stellen und ggf. auch neurologische Funktionsanalysen durchführen.

CMD Behandlung Osteopathie

Mittels sanfter manueller Techniken der Osteopathie werden Spannungen der Faszien und Muskeln gelöst, um dann die knöchernen Anteile des Schädel Kauapparats in eine funktionelle Positionierung zu führen.

Sollten organische Problematiken oder Zahn medizinische Störungen im Vordergrund stehen, wird Sie Ihr Osteopath zu weiteren naturheilkundlichen, oder schulmedizinischen Interventionen beraten.

Sollten sie weiterführende Fragen zur osteopathischen Therapie der CMD haben, wenden Sie sich bitte an uns!

Author: Osteopathin Olga Weinzierl

 

Ich weise darauf hin, dass in der Benennung der aufgeführten Erkrankungen selbstverständlich kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen kann. Anwendungsgebiete der Naturheilkunde beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen der Therapierichtungen selbst. Es existieren keine relevanten gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse, das heißt Evidenz basierte Studien, die die Wirkung bzw. therapeutische Wirksamkeit der Naturheilkunde belegen.

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