Osteopathie

 

Geschichte der Osteopathie

Dr. Andrew Taylor Still, der 1828 – 1917 als Arzt in Amerika lebte, begründete Mitte des 19. Jahrhunderts ein revolutionäres Konzept, wobei er die Gesundheit des Menschen als Zusammenspiel von Geist, Körper und Seele verstand. Begründet durch seine anatomischen Studien, die er als Arzt betrieb, kam er zu der Erkenntnis, dass der Mensch das Potenzial der Genesung in sich selbst trägt. Als Bedingung dafür sah er die funktionale Beweglichkeit in allen Körpersystemen. Als Voraussetzung erkannte er die Versorgung des Gewebes durch Lymphe und Blut, bei funktionalem zentralem und peripherem Nervensystem. Seine “Neue Medizin” stellte er der Öffentlichkeit 1874 vor. Die erste Osteopathie Schule begründete Dr. Still im Jahre 1982 in Kirksville Missouri, USA – Das heutige Kirksville College of Osteopathic Medicine.

Seit der rechtlichen Anerkennung der Osteopathie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Amerika wurde die osteopathische Medizin von vielen namhaften Osteopathen, wie Dr. William Garner Sutherland weiterentwickelt. Dr. Schutherland gilt als der Begründer der Kraniosakralen Osteopathie, die sich mit dem pulsierenden Rhythmus des Liquors beschäftigt, welche im ganzen Körper spürbar ist.

Der französische Osteopath Jean-Pierre Barral erweiterte um 1980 die Osteopathie um den Bereich der viszeralen Osteopathie. Die viszerale Osteopathie untersucht die Beweglichkeit und Lage der Organe und beschreibt wie diese behandelt werden können.

So wird die Osteopathie heute in drei Teilgebiete unterteilt: Der viszeralen Osteopathie,  partietale Osteopathie und craniosacrale Osteopathie. In Amerika praktizieren heute ca. 54000 Osteopathen die osteopathische Medizin. Sie führen den Titel DO (Doctor of Osteopathy) und sind Ärzte. Der Titel führt oft zur Wechselung mit dem Deutschen DO, der kein akademisch erworbener Titel ist, sondern eine Marke (Patent) des VOD (Verband der Osteopathen Deutschland) darstellt. Der Osteopath hat eine osteopathische These erarbeitet, die wissenschaftlichen Ansprüchen Rechnung tragen soll.

Osteopathie

Beschreibung der Osteopathie

Dr gesamte menschliche Körper ist durch Faszien Hüllen, Muskel Ketten, Gelenke und knöchernen Strukturen miteinander verbunden. Die Steuerung erfolgt über das zentrale und periphere Nervensystem welches vom Schädel (Cranium) ausgeht.

Die verschiedenen Systeme sind nach Betrachtung der Osteopathie sowohl funktionell, als auch strukturell miteinander verknüpft. Sie können in Ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sein. Je nach osteopathischer Läsion werden Fehlstellungen von Gelenken, fasziale Verklebungen, muskuläre Verspannungen oder knöcherne Restriktionen durch geeignete Manipulationstechniken des Osteopathen behandelt.

Ein Bewegungseinschränkung and einer Stelle in unserem Organismus, hat eine Folge von kompensatorischem Veränderungen im ganzen Körper zur Folge. Nicht selten finden sich die Schmerz Symptomatik und Ursprung des Problems weit voneinander entfernt. Unter Umständen kann eine Störung der Organe ( viszerale Osteopathie ) oder des craniosacralen osteopathischen Systems (Schädel – Kreuzbein System) zu chronischen Rückenschmerzen führen.

In der osteopathischen Medizin werden die ursprünglichen, primären Restriktionen und Störungen ertastet und behandelt. Durch die Optimierung der Beweglichkeit und Körperstatik werden die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Zur Beurteilung der primären Ursache der Krankheit ist eine exakte Diagnostik unabdingbar. Es müssen Ursachen wie eine anatomische Beinlängendifferenz, Kompensationen organischer Belastungszustände und chronischer Erkrankungen von Kiefergelenk Störungen, z..B. durch fehlerhaften Zahnersatz, Unfällen oder Überlastungssyndromen abgegrenzt werden!

Hierbei stellt die Kinesiologie im Kontext der osteopathischen Medizin eine hervorragende Möglichkeit der Hinweis Diagnostik dar, wodurch eine zielgerichtete und effektivere osteopathische Behandlung ermöglicht wird.

Es existieren etliche wissenschaftliche Studie, durch die eine Wirksamkeit der Osteopathie zu einigen Indikationen belegt ist:

Ablauf der Osteopathie Behandlung

Zu Beginn der Osteopathie Behandlung wird eine eingehende Anamnese der Krankengeschichte, und dann eine osteopathische Untersuchung durchgeführt. Der Osteopath untersucht die Gewebe mittels verschiedener osteopathischer Annäherungen, funktioneller Diagnostik, neurologischer Untersuchungsmethoden und ggf. einiger Muskeltests .

Die osteopathische Sitzung dauert zwischen 30-60 min. Nach einer Osteopathie Behandlung benötigt der Körper mindestens 1-2 Wochen Zeit, um auf die Therapie zu reagieren und Selbstheilungskräfte zu mobilisieren. Danach wird je nach Bedarf eine erneute osteopathische Therapiesitzung durchgeführt.. Jede Behandlung sollte auf den entsprechenden Befund des Patienten abgestimmt, und  sollte innerhalb 2-3 Behandlungen zu einer deutlich wahrnehmbaren Verbesserung der Beschwerden führen.

Sollte die Osteopathie alleine nicht zu einer Beseitigung, oder deutlichen Linderung Ihrer Beschwerden führen, wird Sie Ihr Osteopath zu weiterführenden diagnostischen und thearapeutischen Möglichkeiten beraten. Häufig ist ein interdisziplinäres therapeutisches Vorgehen notwendig. Es können weitere naturheilkundliche Verfahren, sowie fachärztliche Interventionen in die Osteopathie integriert werden.

Anwendungsbeispiele der Osteopathie

Bewegungsapparat

Muskelverspannungen, Ischialgie, Schulterschmerzen, Bandscheibenvorfälle, Hüftschmerzen, Beckenschiefstand, funktionelle Beinlängendifferenz, Halswirbelsäulen Syndrom, Schleudertrauma, Fußverletzungen, Knie Schmerzen, HWS/LWS/BWS Syndrom, Tennisellenbogen, Fersensporn

Hals-Nasen-Ohren-Bereich

Schwindel, Ohrgeräusche (Tinnitus), Kopfschmerzen und Migräne, chronische Sinusitis, Mittelohrentzündung, Kiefergelenk Beschwerden, Bruxismus

Innere Medizin

Verdauungsbeschwerden wie Diarrhö (Durchfall) oder Obstipation (Verstopfungen) Magen Erkrankungen,  Sodbrennen, Völlegefühl, Krämpfe, Herzbeschwerden (nach Ärztlicher Abklärung).

Urologie

Nierenerkrankungen,  Blasenentzündungen, Störung der Blasenentleerung und Prostatavergrößerung

Gynäkologie

Dysmenorrhö, Amenorrhö, Klimakterium, Unfruchtbarkeit, postoperative Verwachsung und Vernarbung, Schwangerschaft

Kinderheilkunde

Kopf oder Gesichts Verformungen,  Schiefhals, Wirbelsäulenverkrümmung, Dysplasie der Hüftpfanne, Schrei Kinder, Probleme der Verdauung, Konzentrationsschwierigkeiten, Hyperaktivität (ADS), Beckenschiefstand, Wirbelblockaden, Geburtstrauma, KISS Syndrom

Bei einigen der aufgeführten Erkrankungen, ist die Osteopathie zusätzlich zur ärztlichen Intervention oder anderen Behandlungsformen sinnvoll.

Kinder Osteopathie

 

Osteopathie – Kostenerstattung der Krankenkassen

Die private Abrechnung erfolgt gemäß der Gebührenordnung Heilpraktiker (GeBüH)

Osteopathie und gesetzliche Krankenversicherungen:

Seit Januar 2012 ist die Osteopathie durch die Techniker Kasse (TK), den meisten BKK Kassen,  IKK, HEK, AOK +, AOK Nord  und vielen weiteren gesetzlichen Krankenversicherungen anteilig erstattungsfähig. Ärztliche private Überweisung “Osteopathie” ist zur Kostenerstattung durch die gesetzlichen Kassen erforderlich. Eine vollständige Liste und Bedingungen der beteiligten GKV finden Sie hier: www.bv-osteopathie.de/de-kostenerstattung.html

Osteopathie und Selbstzahler

gesetzlich versicherte Selbstzahler, ohne Erstattung einer Krankenversicherung, erhalten, als ermäßigte Behandlungs Pauschale, die osteopathische Therapiesitzung für 70,- € / Termin.  Der Patient erhält keine detaillierte Rechnung der Gebührenordnung.

Osteopathie und private Krankenversicherungen

Die meisten privaten Krankenkassen und Zusatzversicherungen tragen die Behandlungskosten bei einem Heilpraktiker ganz oder teilweise – (um sicher zu sein, dass Ihre private Krankenkasse die Therapiekosten erstattet, sollten Sie vorab nachfragen).

Die Rechnungsstellung erfolgt nach der GeBüH (Gebührenordnung Heilpraktiker), gemäß der tatsächlich erbrachten therapeutischen Leistung.

Sollte ihre Krankenkasse, oder andere Leistungsträger die Behandlungskosten nicht oder nur teilweise erstatten, ist es Ihnen überlassen zu entscheiden, ob Sie selbst einen Beitrag zu Ihrer Gesundheit leisten können.

Mitgliedschaft in Osteopathie Verbänden
  • Verband freier Heilpraktiker e.V.
  • VOD e.V. Verband der Osteopathen Deutschland
  • Dachverband für Osteopathie und ganzheitliche Therapie e.V.
Buchtips zum Thema Osteopathie
  • Osteopathie –  Sanftes Heilen mit den Händen ( Newiger, Trias – Verlag )
  • Osteopathie – So hilft sie ihrem Kind ( Newiger / Beiborn, Trias – Verlag )
  • Osteopathie für Frauen ( Gillemot / Newiger Trias-Verlag )

Osteopathie & Naturheilkunde Berlin

Lehmbruckstraße 3
10245 Berlin
Friedrichshain / Kreuzberg
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