A. Spies/S. Pieri - Heilpraktiker Berlin
Osteopathie - Chiropraktik
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Pflanzenheilkunde

Maiglöckchen (convallaria majalis)

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Kommentar: Das Maiglöckchen, welches in der Antike noch keine Erwähnung fand , erschien erst in den Kräuterbüchern des 15. Jahrhunderts. Auf Grund ihrer Giftigkeit und der stark schwankenden Konzentrationen herzwirksamer Glykoside, muss die Heilpflanze mit äußerster Vorsicht eingesetzt werden. Das Maiglöckchen eignet sich besonders in Fällen nicht allzu schwerer Herzschwäche zum Ausschwemmen von Ödemen, wenn eine kumulative Wirkung nicht erwünscht ist (Altersherz). Zudem wird Convalaria anstelle von Digitalis verwendet, wenn dieses auf Grund einer Bradykardie kontraindiziert ist. Analog zur Traditionellen Chinesischen Medizin, in der im Herz der Geist (shen) wohnt, wird das Maiglöckchenkraut in der westlichen Pflanzenheilkunde bei Störungen des Gemüts eingesetzt. Vergiftungen kommen selten auf Grund von Verwechslungen mit Bärlauch vor. Von einer Selbstmedikation rate ich dringend ab!

Botanischer Name: Convallaria majalis L.

Pflanzenfamilie: Liliaceae

Botanische Hauptmerkmale: Mehrjährig, waagrecht kriechender Wurzelstock, grosse, dunkelgrüne, ovale bis lanzettige Blätter (ca. 10cm lang / 5cm breit) mit starkem Mittelnerv und parallelen Seitennerven. 2 Blätter umhüllen den Blütenschaft, der wohlriechende, glockenförmige, nickende, weisse Blüten mit 6 Zipfeln trägt.

Vorkommen in Laubwäldern auf Kalk- und Urgestein, blüht nur an lichten Stellen reichlich.

Blütezeit: Mai-Juni

Verwendete Pflanzenteile: Kraut (Herba Convallariaea)

Inhaltsstoffe: Herzwirksame Glykoside: u.a. Convallatoxin, Convallatoxol, Gluccoconvalosid, Convallatoxol, Vallarotoxin, Majalosid

Wirkung: Positiv inotrop auf das Arbeitsmyokard, Ökonomisierung der Herzarbeit, Senkung des erhöhten enddiastolischen Druck der linken Herzkammer, senkt pathologisch gesteigerten Venendruck, venentonisierend, diuretisch, natriuretisch, kaliuretisch.

Indikationen: Leichte (bradykarde) Herzinsuffizienz (bis Stadium 2), Altersherz, chronisches Cor pulmonale (durch Lungenkrankheit vermehrte Belastung auf rechte Herzkammer), cardial bedingte Ödeme, Reizleitungsblockierung, Herzneurosen, Arteriosklerose im Klimakterium, Herzstörungen im Verlauf von Thyreotoxikosen, Gemütsstörungen

TCM: Angina pectoris, Asthma cardiale, Druck am Thorax, blaue Lippen/Gesicht, Depression

Kontraindikation: Gleichzeitige Therapie mit Digitalglykosiden, Kalium – Mangelzustände

Nebenwirkungen: Bei Überdosierung Übelkeit und Erbrechen

 

Interaktionen: Wirkungs - und Nebenwirkungssteigerung bei gleichzeitiger Gabe von Chinidin, Calcium, Laxanzien, bei Langzeittherapie mit Glukokorticoiden

Zubereitungs- und Darreichungsform:

  • Innerlich als Urtinktur
  • Homöopathisch ab D2
  • Zum Infus ca 4-8g / 200g
  • Dosiserhöhung nach ca 5 Tagen (Gewöhnung)
  • Keine Selbstmedikation!

Wirkung gemäss TCM:

  • Thermisch neutral
  • Nährt das Herz-Qi und Herz-Blut
  • Nährt das Herz-Yang
  • Löst Herz-Blut-Stagnationen auf
  • Regt die Diurese an
  • Löst Schwellungen und Ablagerungen in Blutgefässen, Gelenken, Muskulatur auf

 


Alexander Spies, Stephanie Pieri - Heilpraktiker und Osteopathen, Lehmbruckstr. 3, 10245 Berlin - Friedrichshain / Kreuzberg, Tel: 030/69529372

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