Botanischer Name: Humulus lupulus L.
Pflanzenfamilie: Hanfgewächse (Cannabaceae)
Botanische Hauptmerkmale: Mehrjährig, rechtsdrehender Stängel (3-6 m hoch) mit kieselsäurehaltigen rauen Klimmhaaren, 3-5 lappige, raue Blätter. Weiblichen, dichtblütigen Blütenstände, die in Scheinähren stehen, mit Lupulindrüsen besetzt, später vergrössern sie sich zu Hopfenzapfen.
Blütezeit: Juni-Juli
Verwendete Pflanzenteile: Hopfenzapfen (Lupuli strobulus)
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe (Humulon, Lupulon), äth. Öl, Flavonoide, Gerbstoffe, Cholin, östrogenartige Hormone.
Wirkung: Beruhigend, nervenstärkend, schlaffördernd, entspannend, appetitanregend, magenstärkend, anregend auf Speichel-, Magen-, Gallensaftsekretion, Menstruationsfördernd, Anaphrodisiakum für Männer.
Indikationen: Unruhe, Angstzustände, Schlafstörungen, Nervosität, Tachykardie, Herzneurosen, Nervöse Magen-Darmbeschwerden, Appetitlosigkeit, Wechseljahrbeschwerden, Anregung des Periodenzyklus, Enuresis nocturna, Zystitis, starke Libido.
Kontraindikation / Nebenwirkungen: keine
Zubereitungs- und Darreichungsform:
- Infus (Mehrmals/Tg.)
- Tinktur (3-5x/Tg. 15-20 Tr.)
- Hom., Hopfendrüsenpulver (1 Spitze/Ab.)
- Bier (Abend ein Glas zum beruhigen)
- Äusserlich: Hopfenkissen zum schlafen
Wirkung gemäss TCM (kühl):
- Klärt Hitze und beruhigt den Geist
- Nährt Nieren- und Herz-Yin
- Reguliert Herz-Feuer und Nieren-Yin-Mangel
- Bewegt Qi und löst Stagnationen (Leber)
- Klärt Magen-Feuer
- Gegen entzündliche Prozesse
- Klärt Feuchte Hitze in der Haut
Wesen der Pflanze:
Fröhlichkeit, Leichtigkeit
Das Wesen des Hopfens ist sehr leicht und fröhlich. Menschen, die eher im Stoffwechselpol verhaftet sind, die zu einer gewissen Erdenschwere neigen, tagsüber schläfrig sind und nacht wach liegen, verlieren durch Hopfen das Schwerfällige, Schläfrige und erhalten nachts eine lösende Ruhe.
Der süssliche Duft des Hopfens wirkt sofort auf die Psyche, Fröhlichkeit und Leichtigkeit breitet sich aus und die Menschen fühlen sich miteinander verbunden. Die Schuppen des Panzerhemds unserer Persönlichkeit, mit dem wir uns oft innerlich abschotten, fallen wie von selbst ab und lassen uns aufeinander zugehen. Hopfenzapfen sind weiblich und eiförmig. Sie verheissen Fruchtbarkeit und Leben. Leben in der Vereinigung, in der Symbiose, viele kleine Schuppen sind es, die das Ei bilden. Die Hopfenzapfen lassen an die Kindheit denken, an die Unbeschwertheit und Symbiose mit der Mutter. Geborgenheits- und Verschmelzungsgefühle kommen auf, wie es in der Kindheit selbstverständlich war.



