Botanischer Name: Sambucus nigra
Pflanzenfamilie: Geisslbattgew. (Caprifoliaceae)
Botanische Hauptmerkmale: Mehrjährig, 3-8m hoch, ästiger Strauch mit grauweissen, rissigen Stämmen, mit korkigem, weissem Mark, gegenständige unpaarig gefiederte Blätter mit 5-7 elliptischen hellgrünen Fliederblättchen mit gesägtem Rand, starkduftende, aufrechtstehende Trugdolde mit vielen weissen Blüten, woraus sich die schwarzen (hängenden) Beeren bilden
Blütezeit: Mai-Juli, Beeren: September-Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Blüten (Flos Sambuci), Früchte (Fructus Sambuci)
Inhaltsstoffe:
Blüten: Flavonoide, äth. Öl, Phytosterine, Schleim, Gerbstoffe
Früchte: Vit. A,B1,B2,C, Min. Bitterst., Tyrosin, äth. Öl, Säuren, Zucker
Wirkung:
Blüten: Schweisstreibend, harntreibend, abwehrkräftigend
Früchte: darmreinigend, blutreinigend, antineuralgisch, abwehrkräftigend
Indikationen:
Bl.: Erkältungskrankheiten, Fieber, Grippe, Schnupfen, schw. Abwehr, Nebenhöhlenkatarrh,
Fr.: Neuralgien, Trigeminusneuralgie, Ischias, Nervenentz., Gürtelrose
Kontraindikation / Nebenwirkungen: Keine. Bei Überdosierung der Früchte (v.a. ungekocht) kann Brechreiz auftreten.
Zubereitungs- und Darreichungsform:
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Blüteninfus (2-5x/Tg. 1Tasse)
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Tinktur (2-4x/Tg. 10-20Tr.)
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Homöopathisch: (D3-D6 mehrmals/Tg.)
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Fruchtsirup (mehrmals/Tg 1Essl.)
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Fruchtsaft (bis 2dl/Tg.)
Wirkung gemäss TCM:
Wesen der Pflanze:
Reifung, Vollendung von Wärmeprozessen, Erwachsenwerden, Verantwortung, Schutz
Die Natur liefert uns Rohstoffe, die wir durch unsere Arbeit und Schöpfungskraft zu Gebrauchs- und Kulturgegenständen vollenden. Auch auf der seelischen Ebene gibt es „Rohstoffe“, von innen und aussen kommende Anlagen und Erfahrungen, die durch innerliche Arbeit zu einem reifen Charakter geschmiedet werden müssen. Es ist der Prozess der Reifung, des Erwachsenwerdens, der Übernahme von Verantwortung. Der Holunder unterstütz die Vollendung seelischer und körperlicher Reifungsprozesse und besitzt eine ausgeprägte Beziehung zu den durchlüfteten Organen (Atemwege, Nebenhöhlen). Er wird eingesetzt bei stockenden – nicht zur Vollendung kommenden – Wärmeprozessen, wenn zum Beispiel eine Entzündung lange nicht ausheilt oder Chronisch wird. Der Holunder hat ein überschiessendes Wachstum, so dass die Borkenbildung nicht Schritt halten kann, sondern zuerst eine grüne, dünne Rindenhaut die Triebe schützt. Der Geruch erinnert nach modernden Feuer, dem der Sauerstoff fehlt. Doch der Sauerstoff wiederspiegelt sich im innern, in dem styroporähnlichem, porösem Mark. Die Äste biegen sich nach unten und die Blüten strecken sind empfangend nach oben (Seltenheit). àAlso die treibende, aufstrebende Kraft, die von der Erdenschwere (Bogen) wieder nach unten gezogen wird. Die Blüten sind wie kleine Sternchen, die unsere Seele mit ihrem Duft in eine andere Welt tragen. Die Signatur des Holunders ist das Thema Lebensenergie, die sich in den Dienst eines geistigen Reifungsprozesses, eines Wärmeprozesses stellt. Es liegt in der Natur des Lebens: Erwachsen werden, Verantwortung übernehmen und vor allem geistige Reife erlangen ist nur in dem Masse möglich, wie sich die Lebensenergie transformieren kann und nicht mehr im vollen Übermut der Jugend ausgelebt wird. Das erfordert immer wieder eine Neuorientierung, ein Verlassen von Konzepten und Zielen.



