Botanischer Name: Gentiana lutea L.
Pflanzenfamilie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Botanische Hauptmerkmale: Mehrjährig, bis 1 m hoch, kräftige Wurzel, hohler kahler aufrechter Stängel mit kreuzgegenständigen, elliptischen, bläulich-grünen Blättern, welche mit starken Bogennerven durchzogen sind. Gelbe reichblütige Scheinquirle.
Blütezeit: Juli-September
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel (Radix Genitianae)
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe (Amarogentin àhöchster Bitterwert), Gerbstoffe, ätherisches Öl
Wirkung: Anregend auf Magensaft-, Pankreassaft- und Speichelsekretion, appetitanregend, hyperämisierend auf Schleimhäute, motilitätssteigernd, tonisierend, choleretisch, immunmodulierend.
Indikationen: Magenschwäche mit mangelnder Magensaftsekretion, Erschlaffung des Magens, Völlegefühl, Blähungen, Appetitlosigkeit, Mangelnde Magenentleerung, Magersucht, Wurmbefall.
Kontraindikation / Nebenwirkungen: Bei Magen- und Dünndarmgeschwüren nicht einnehmen. Ev. auftreten von Kopfschmerzen.
Zubereitungs- und Darreichungsform:
- Dekokt (2-3x/Tg. 1 Tasse)
- Tinktur (2-3x/Tg. 10-20 Tr.)
- Homöopathisch (D1-D3 3-5x/Tg.)
Wirkung gemäss TCM (kalt):
- Klärt Feuchte Hitze in Leber und Gallenblase
- Klärt Feuchte Hitze in Blase und Dickdarm
- Wandelt Feuchtigkeit um
- Regt den Gallenfluss an
Bei toxischer Hitze und Infektionen im UE.
Wesen der Pflanze:
Zerteilung, Überwindung, Verdauung
Die Verarbeitung von Gefühlseindrücken hat viele Gemeinsamkeiten mit dem Verdauungsprozess. Bei beiden müssen die aufgenommenen wesensfremden Substanzen und Energien überwunden und einverleibt werden. Können bewegende Ereignisse oder Bilder emotional nur schwer verdaut werden, so besteht meist auch eine organische Verdauungsschwäche. Oft liegen dann Gefühle oder eben Nahrungsmittel schwer auf dem Magen und es entsteht ein starker Druck in der Magengegend.
Enzian besitzt die Wesenskraft, Fremdes zu überwinden und zu zerteilen und unterstützt dadurch sowohl die körperliche als auch die seelische Verdauung.

