Botanischer Name
Urtica dioica (U. urensàkleine)
Pflanzenfamilie
Brennesselgewächse (Urticaceae)
Botanische Hauptmerkmale
Mehrjährig, 50-150cm hoch, Rhizombildende Wurzel, vierkantiger Stengel, kreuzgegenständige, eiförmige gesägte Blätter mit stechenden Borsten, Blüten unscheinbar, weisslich-grün, in hängenden Ähren, blattachselständig im oberen Teil, woraus sich einsamige Nüsschen bilden.
Blütezeit: Juli-September, Samen: August-Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Kraut (Herba Urticae), Wurzel (Radix Urticae), Samen (Semen Urticae)
Inhaltsstoffe
Kieselsäure, Chlorophylle, Sekretin, Mineralien (Fe, Mg, Ca, Na, K, Si). Brennhaare: Histamin, Serotonin, Ameisensäure. Wurzel: Beta-Sitosterin, Sterole, Lignane. Samen: unges. Fettsäuren, Schleim.
Wirkung
Diuretisch, entzündungshemmend, blutreinigend, blutbildend, entgiftend, harnsäureausführend, verdauungsfördernd (Sekretin). Wurzel: Miktionsvolumen vergrössernd, Restharnmenge vermindernd.
Indikationen
Rheumatische Beschwerden, Gicht, nesselsuchtartige Hautkrankheiten, Akne
Durchspültherapie bei entz. Erkrankungen der ableitenden Harnwegen, Nierengriess, Zystitis
Blutarmut, Frühjahrsmüdigkeit, Erschöpfungszustände, Amenorrhoe, Gelbsucht,
Wurzel: Miktionsbeschwerden, Prostatahyperplasie, Restharnbildung
Kontraindikation / Nebenwirkungen
Vorsicht bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz-, Nierentätigkeit.
Zubereitungs- und Darreichungsform
Innerlich: Infus (2-3x/Tg. 1Tasse), Tinktur (2-3x/Tg. 15-25Tr.), Frischpresssaft (2-3x/Tg. 1 Essl.), Hom., Frisch in Salat oder Gemüse, Samen: zerstossen mit Honig als Kräftigungsmittel (3 Teel./Tg.)
Äusserlich: Peitschungen (Gicht, Rheuma)
Wirkung gemäss TCM (kühl)
Ø Nährt das Leber-Blut bei Mangel
Ø Löst Leber-Qi-Stagnationen auf
Ø Vertreibt Feuchtigkeit im Unteren Erwärmer
Ø Vertreibt Lungen-Feuchtigkeit
Humorale Qualität
Warm 2, Trocken 2. Fördert das Sanguis-Prinzip, erwärmt und leitet kalten Schleim aus.
Wesen der Pflanze
Aggression, Wille, Selbstüberwindung, Blutreinigung, Eisen
Wohl dosierte Aggression ist äusserst wichtig, um Hindernisse zu überwinden, damit sich eine neue Aktivität entfalten kann. Sie entfernt das Alte, Verbrauchte, Kraftlose, Überfällige (also Abfall) und schafft dadurch Raum für Neues. Für die persönliche Entwicklung und Freiheit ist es wichtig, eine positive, beim eigenen Wesen anpackende Aggression in der Form von Selbstüberwindung und Willen zu entwickeln, um im eigenen Leben die Führung zu übernehmen. Fehlt der zügelnde Wille, so können behindernde Neigungen und Bindungen nicht losgelassen werden, was zur Ansammlung von seelischen und körperlichen Schlacken führt.
Auf der Körperebene häufen sich aufgrund einer Fehlernährung, Schlacken im Blut an und es kommt dadurch zu einer Einschränkung der Bewegungsfreiheit (rheumatische und gichtartige Beschwerden). Hier hilft die Brennessel mit ihrer Aggression, indem sie die Möglichkeit schafft, erstarrte Strukturen in Seele und Körper dynamisch aufzubrechen. Aufgrund ihres Eisengehalts besitzt sie eine spezifische Beziehung zum Blut. Es ist die ins Blut getragene Aggression, die den Organismus von den alten, unbrauchbaren Stoffen befreit. Bei keiner anderen Pflanze ist der alte Begriff „Blutreinigung“ derart zutreffend wie bei der Brennessel



