Botanischer Name: Cynara scolymus L.
Pflanzenfamilie: Korbblütler (Compositae)
Botanische Hauptmerkmale: Mehrjährig, bis 2 m hoch, tiefe Pfahlwurzel, im 2. Jahr Bildung am aufsteigenden Stengel, doppelt gefiederte, in spitze Dornen verlaufende Blätter, die an der Unterseite grau-grün flaumig behaart sind. Endständige grosse violette Blütenstände, mit Hüllblätter und Blütenboden, welcher als Gemüse verwendet wird.
Blütezeit: Juli-August
Verwendete Pflanzenteile: Stengelblätter (Folium Cynarae) und Wurzel (Radix Cynarae)
Inhaltsstoffe: Bitterstoff (Cynaropikrin), Cynarin, Flavonoide, Gerbstoffe, Vit. B, B1, C, Carotin
Wirkung: Choleretisch (Galleabsonderung fördernd aus Leberzellen), Lipidsenkend, Cholesterinsenkend, antioxidativ, karminativ (entblähend), appetitanregend, verdauungsfördernd, Magenstärkend, exokrine Pankreasfunktion anregend, antihepatotoxisch, anregend auf Leberzellteilung.
Indikationen: Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen, mang. Fettverdauung,Hypercholesterinämie, arteriosklerotische Erkrankungen, Gallesteinen, Gelbsucht, Hepatitis, PMS, Anspannung.
Kontraindikation / Nebenwirkungen: Verschluss der Gallengänge, Allergien gegen Korbblütler, hemmt Milchbildung.
Zubereitungs- und Darreichungsform:
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Frischpflanzensaft (3x/Tg. 1 Essl. vor Essen)
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Tinktur (3x/Tg. 10-15 Tr.)
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Tee
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Galenische Präperate
Wirkung gemäss TCM (kühl):
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Entstaut Leber-Qi
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Leitet Feuchte Hitze aus
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Senkt Magen-Qi ab
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Wirkt Magen-Feuchte-Hitze entgegen
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Klärt Schleim-Hitze
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Löst Stagnationen im Mittleren Erwärmer
Wesen der Pflanze
Fülle, Masslosigkeit, Ausschweifung-Selbstbeschränkung
Die Artischocke äussert sich in völlig gegensätzlichen Tendenzen. Einerseits bringt sie Üppigkeit und Fülle hervor, andererseits enthält sie ein Prinzip, das dieser Üppigkeit entgegenwirkt, indem der Mantel der zähen Hüllblätter die Knospe begrenzt.
In der Artischocke kommt das Gleichgewicht zwischen Ausschweifung und Selbstbeschränkung zum Ausdruck. Das Wesen der Pflanze unterstützt den Menschen im Bestreben, einen Ausgleich zwischen Masslosigkeit und Verzicht zu finden. In der Annäherung an dieses Gleichgewicht können die Gedanken etwas von ihrer Schwere und Erdgerichtetheit verlieren und auf Höheres gelenkt werden. Das Wesen der Pflanze, das eine strukturierende und formbildende Kraft hat, ist bei der Artischocke nicht bis ins Innere vorgedrungen. Es festigt und begrenzt den Körper vor allem von aussen, wie es bei der Schnecke der Fall ist. Da sich das Wesen der Artischicke nicht so sehr mit der Materie verbunden hat, ist sein Beitrag als Wirkprinzip geringer als bei anderen Pflanzen. Andererseits macht dieses eher schwach durchdringende Wesen die Artischocke gerade zu einem idealen Heilmittel bei Arteriosklerose. Bei dieser Krankheit erkennen wir ein schwinden jugendlicher Lebenskräfte, worauf die strukturierenden Wesenskräfte des Menschen bis ins Innerste, bis in die Gefässe kristallisierend und verhärtend wirken.





